Haben die Westerwälder Feuerwehren ein Problem mit Frauen? – Stellungnahme der Feuerwehren der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen

 

Am Montagmorgen konnte man, in der Online- sowie in der Druckausgabe der Westerwälder-Zeitung, die oben zitierte Schlagzeile lesen. Eine Schlagzeile die, wie wir finden, sehr befremdlich und verstörend wirkt. Wir fassen kurz den Inhalt des Berichtes zusammen, den eine Feuerwehrkameradin aus dem Oberwesterwald, auf der Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes vorstellte:

Im Westerwaldkreis gibt es immer noch Feuerwehren, die aus Prinzip keine Frauen aufnehmen. Des Weiteren müssen sich Kameradinnen, die in der Einsatzabteilung aktiv sind, nicht selten blöde Sprüche anhören oder sie werden von den männlichen Kameraden nicht ernst genommen.

Die Aussagen wurden auch durch eine Umfrage, die Svenja Thomsen in dem sozialen Netzwerk  „Facebook“ durchführte, bekräftigt.

Die Freiwilligen Feuerwehren der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen können seit rund 30 Jahren auf weibliche Mitglieder in der Jugendfeuerwehr und auch in der aktiven Wehr zurückblicken. In diesem Jahr erhält erstmalig eine Feuerwehrkameradin das silberne Ehrenzeichen für 25jährige Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr.

Zurzeit sind fünf Frauen in den Feuerwehren der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen und verrichten Ihren Einsatz- und Übungsdienst, wie rund 70 Feuerwehrmänner es ihnen gleichtuen. 

Sicherlich ist nicht jede Frau körperlich für den Innenangriff unter Atemschutz geeignet, aber definitiv auch nicht jeder Mann. Dafür gibt es aber noch genügend andere Aufgaben, die keine Schwerstarbeit darstellen. So fahren unsere Feuerwehrfrauen die Feuerwehrfahrzeuge und nicht nur den VW-Bus sondern auch das Löschfahrzeug und die Drehleiter, Führen eine Gruppe im Einsatz an oder Unterstützen die Einsatzleitung durch ihre Arbeit in der Feuerwehreinsatzzentrale.

Man kann nicht leugnen, dass der Ton in manchen Einsatzsituationen rau ist und nicht unbedingt der Angenehmste und Freundlichste ist, aber dies dient immer dem schnellen und effektivem Erreichen des Einsatzzieles. Persönliche Befindlichkeiten müssen da auch schon mal zurückstecken.

Spätestens in einem späteren Gespräch mit den Verantwortlichen können die oben genannten Probleme oft bereits im Keim ersticken werden, bevor solche Probleme anwachsen und an die Öffentlichkeit getragen werden.

Ein ganz wichtiger Bestandteil in jeder Feuerwehr ist eine gute Kameradschaft. Dazu gehören Frauen ebenso wie Männer.

Die Freiwilligen Feuerwehren der Verbandsgemeinde: Höhr-Grenzhausen, Hillscheid und Hilgert begrüßen weiterhin gerne Mädchen in der Jugendfeuerwehr und Frauen in der aktiven Wehr.

 

Die Wehrleitung Höhr-Grenzhausen

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